Programmieren lernen für Kinder

Programmieren wird als die Sprache des 21. Jahrhundert angepriesen, ich habe mir sogar schonmal vorgestellt, dass wir irgendwann ganz selbstverständlich mit dem Computer interagieren, indem wir diesen Programmieren, über Spracheingabe und vielleicht nicht mit einer kryptischen Programmiersprache. Momentan scheint das noch etwas umständlich aber die grundsätzliche Logik wird sich nicht mehr verändern. In den nächsten Generationen wird es für Menschen allerdings ganz selbstverständlich sein, programmieren zu können. Das bedeutet nicht, dass die zukünftigen Generationen alle nur noch Software Entwickler werden. Aber so wie wir heutzutage Smartphones selbstverständlich bedienen, ist es denkbar, dass jeder die logischen Grundlagen drauf hat um sich mittels Programmierung seinen Alltag zu vereinfachen. Selbst wenn man dem kritisch gegenüber steht, wer möchte, dass seine Kinder an der modernen Entwicklung der Technik mitspielen dürfen, sollte dem Kind zumindest mal die Möglichkeit geben, dieses Thema auszuprobieren.

Kinder und Computer

Wir haben es unter Umständen schon von unseren eigenen Eltern gehört: „Du sitzt ja schon wieder an dieser Kiste, geh doch mal raus und mach dich mal etwas dreckig!“, wer das nicht kennt (somit ein paar Jährchen älter ist), kennt es vielleicht in einer anderen Art und Weise: „Du sitzt ja schon den ganzen Tag vorm Fernseher.“ „Du liest ja nur den ganzen Tag.“ „Kannst du nicht mal was anderes machen als malen?“. Da ist irgendwie ein Muster drin, Eltern beschweren sich über die angeblich eintönige Beschäftigung. Meistens ist dies durch eine technologische Entwicklung allerdings erst möglich geworden. Heute sind es halt die Smartphones und Tablets, worüber werden sich dann unsere Kinder bei unseren Enkeln beschweren? Wir verbringen soviele Stunden in der Arbeit an Maschinen und Computern und fordern dann von unseren Kindern, dass die sich mal an die frische Luft bewegen. Nunja, wenn man das den Kindern beibringt und vorlebt, kann das klappen. Die Kinder vom Computern, Internet und Smartphones fernzuhalten ist wie die Kinder einzusperren. Defintiv sollte der Konsum kontrolliert werden, aber nicht militärisch verboten. Die Kids werden schon eine Möglichkeit finden, so wie wir sie alle gefunden haben 😉 und dann ist der Schaden möglicherweise größer. Aber was machen Kinder eigentlich am Computer? Zocken? Mit anderen Kids kommunizieren? Oder nur Hausaufgaben?

Programmieren anstatt zocken?

Der Computer dient neben der Kommunikation (Messenger), Informationsbeschaffung (Suchmaschine) sowie -verarbeitung (Officeprogramme) natürlich der Unterhaltung! Filme, Videospiele und lustige Katzenbildchen. Jeder hat sich mal vorm Bildschirm halb tot gelacht und Spass gehabt. Auch Kinder sollten das tun. Aber eine Sache, die man am Computer tun kann, habe ich bereits in der Überschrift angedeutet. Programmieren ist ein kreativer logischer Prozess, den man spielerisch erlernen kann. Der Prozess um die Programmierung zu erlernen, gleicht dem Laufen lernen. Man probiert aus und fällt hin, bis man erste kleine Erfolge feiern kann. Und diese können immer größer werden. Wer nun denkt: „Ja toll, dann sitzen die ja noch mehr am Computer“, hat noch nie die Arbeit eines professionellen Entwicklers gesehen. Ja man verbringt viel Zeit am Bildschirm. Aber man muss genauso gut im Team arbeiten/kommunizeren und vorallem DENKEN. Eine Programmieraufgabe in Form eines Features oder Bugs, programmiert sich nicht einfach weg. Zunächst schaltet man den Denkapparat ein und überlegt sich, wie man die Aufgabe von Hand lösen würde. Genau das ist das, was ein Kind in Bezug auf Programmierung lernen sollte. Das hört sich jetzt vielleicht total komplex an, aber ist im Grundsatz total einfach. Wer einem Kind beibringt, wie man eine Wegbeschreibung für einen Bekannten erstellen kann, der bringt einem Kind bereits das programmieren bei. Man muss also keineswegs den ganzen Tag am Computer sitzen.

Wird Programmieren bald in der Grundschule gelehrt?

Die Schule soll ja alle notwendigen Fähigkeiten vermitteln um einen Menschen auf das Leben vorzubereiten. Leider beschränkt sich dies meist auf den Fokus nur den nächsten Schritt zu erreichen: Die nächste Klasse, die nächste Schulstufe, das Abitur, das Studium, die Ausbildung, den ersten Job, die Rente. Momentan sucht die Industrie händeringend nach Software Entwicklern und zack, schon kommen viele Organisationen und die Regierung auf die Idee, bereits Kindern das programmieren bei zubringen. Wie macht man das? Man gibt ein Budget für Tablets aus und um den Rest sollen sich die Lehrer kümmern. Was hier kritisch dargestellt wird, ist leider Realität. Denn, wenn der Industrie Fachkräfte fehlen, also da wo man gut für den Job bezahlt wird, wo sollen die Fachkräfte für die Schulen herkommen? Also ja es gibt Ansätze und Pläne Programmieren in der Schule zu unterrichten. Man sollte sich nur vielleicht nicht darauf verlassen (Wer gute Konzepte und Umsetzungen kennt: Ich freue mich über eure Kommentare).  Was gibt es denn noch, wie kann ich das meinem Kind ermöglichen?

Wie können Kinder Programmieren lernen?

Zum einen ist bei der Programmierung notwendig die Grundkenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen zu besitzen. Mit dem Programmieren kommt dann Logik dazu. Wer schonmal eine Textaufgabe im Matheunterricht geschafft hat, hat schonmal einen gewissen Teil der Denkarbeit eines Programmierers durchlebt. Man stellt sich das Problem im Kopf vor und versucht es dann auf dem Papier zu lösen, mithilfe der Mathematik. Und letztendlich lernt man so die notwendigen Grundlagen. Die Kinder sollten also jetzt nicht irgendein Buch in die Hand gedrückt bekommen (erst Recht kein schweres Fachbuch!) und damit dann am Computer alleingelassen werden. Wie es auch bei den Hausaufgaben ist, so sollte man als Elternteil zumindest ein paar Grundlagen zu dem Thema draufhaben, denn Kinder werden Fragen haben. Zuviel verlangt? Ok, dann gibt es noch zwei weitere Möglichkeiten: Onlinekurse mit Erklärvideos und Beispielen zum Nachmachen oder Workshops, bei denen man zusammen mit anderen Kindern einen Einblick von tatsächlichen Programmierern bekommt. Es gibt Programmierspiele bei denen man im Prinzip ein Spiel spielt, dieses aber so aufgebaut ist, dass man damit die Grundlagen der Programmierung erlernt. Scratch ist zum Beispiel eine grafische Programmiersprache, die extra für Kinder entwickelt wurde.
Screenshot aus Scratch

Wie kann ich mein Kind unterstützen?

Zum einen natürlich einfach mal die Möglichkeiten aufzeigen und schauen ob das Kind überhaupt Interesse daran hat. Denn das Kind zum programmieren zu zwingen wird nicht zielführend sein. Für einen allerersten Schritt in diese Welt bieten sich Live Workshops wie CoderDojos an. Wenn das Kind nach so einem Event, ein CoderDojo dem Fussball spielen vorzieht, dann sollte man definitiv weiter fördern.

Welche Angebote gibt es für Kinder?

CoderDojos sind eine super Möglichkeit um einen Einstieg zu erhalten, wie toll und kreativ programmieren sein kann. Auch wenn die CoderDojos cool sind, irgendwann wird das Kind sich auch an den Computer setzen müssen und dort zu programmieren. Damit hier die Suche nicht wieder von vorne losgeht, kann man zum Beispiel in einem kostenlosen Onlinekurs Scratch programmieren lernen. Nach Scratch kann man sich dann zum Beispiel mit Sprachen wie Javascript befassen und damit dann schon ernsthafte Computerprogramme schreiben.

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